Ein Gedankenanstoß für Rationalisten

Jakobus

„Der aufgeklärte, naturwissenschaftlich orientierte RATIONALIST orientiert sich am (wissenschaftlich) Meßbaren, Benennbaren und Handhabaren. Und in der Regel wagt er sich über diese Grenzen nicht hinaus, weil dort das Unwägbare lauert, das sein Weltbild in Frage stellen könnte.“

Ich finde, dass in diesem Satz das Problem vieler sogenannten Rationalisten auf den Punkt gebracht wird. Sie wagen nicht über den Tellerrand ihrer eigenen Überzeugungen/Prämissen hinauszudenken und dies führt dann – konsequent zuende gedacht – zu einem fehlenden Durchblick.

Die Welt und das Leben ist voller Wunder. Aber um das zu erkennen, muss man diesen Gedanken erst einmal zulassen  und dann etwas genauer hinschauen. Und dazu möchte ich 2016 ermutigen … sich mal ein Stückweit dem scheinbar „Irrationalen“, dem Wunderbaren, zu öffnen. Und wer  weiß, vielleicht führt das ja dann tatsächlich zu einem besseren Durchblick.

Als kleinen Einstieg biete ich folgende Geschichte an:  Ein Wunder in vier Akten

Über heinrich58

Im Jahre 1985 habe ich unter dramatischen Umständen im Alter von 27 Jahren zum christlichen Glauben gefunden. Die Geschichte kann man hier nachlesen: http://wendepunkte.jimdo.com/im-banne-des-bösen/
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11 Antworten zu Ein Gedankenanstoß für Rationalisten

  1. Muriel schreibt:

    Leuchtet mir jetzt nicht direkt ein. Wo sind wir denn aus Ihrer Sicht nicht konsequent?

    • heinrich58 schreibt:

      Ich habe bislang nur Rationalisten kennengelernt, die entweder ausgesprochene NATURALISTEN („Alles ist Natur“) oder doch sehr skeptisch gegenüber dem „Übernatürlichen“ waren …. durch diese PRÄMISSEN schränken sie – oft ohne es noch zu merken – ihre Denkfreiheit ein … ein vernüftiger Gedanke könnte beispielsweise sein: „Wenn es so viele übernatürliche Berichte gibt, könnte da vielleicht doch etwas dran sein … ich will mich mal ein wenig damit – in theoretischer Weise – beschäftigen

      Kurze Anmerkung: „Leider muss ich aber aus leidvoller Erfahrung vor der praktischen Ausübung okkulter Dinge wie Spiritismus, Magie, Kartenlegen usw. warnen: https://hvbuen.wordpress.com/meine-bekehrungsgeschichte/

  2. Muriel schreibt:

    Das sehe ich natürlich anders, aus zweierlei Gründen. Einer ist fundamentaler Natur und besteht darin, dass es meines Wissens nicht einmal eine schlüssige Definition für etwas „Übernatürliches“ gibt. Wenn du eine kennst, teil sie gerne mit mir, aber bis dahin würde ich behaupten: Alles, was reale Auswirkungen hat, ist definitionsgemäß ein Bestandteil der Natur, und alles, was keine hat, ist Quatsch.
    Der zweite Grund geht in die Richtung, dass Rationalisten sich ja sehr wohl mit Spiritismus, Magie und Kartenlegen beschäftigen, schon immer, und immer wieder, und das Ergebnis hat Tim Minchin in seinem sehr gelungenen Beat-Poem Storm sehr treffend zusammengefasst: „Throughout history, every mystery ever solved has turned out to be … not magic“

    • heinrich58 schreibt:

      Eine Definition wäre beispielsweise: „Das Eingreifen höherer Mächte in den natürlichen Ablauf der Dinge des Lebens“ …eine andere: “ Ein zu den bekannten Naturgesetzen im Widerspruch – oder darüber hinausweisender – stehender Vorgang“ ( beispielsweise Bilokationen https://hvbuen.wordpress.com/2016/03/05/wunderheilungen-und-bilokationen-mehr-als-nur-ein-fragwuerdiger-aberglaube/ ) ….

      Ich habe auch etwas zur ( meiner Ansicht nach falschen ) Sichtweise der Naturalisten geschrieben: https://hvbuen.wordpress.com/2016/03/10/gibt-es-echte-wunder/

      • Muriel schreibt:

        Die sind doch aber, soweit ich das überblicke, beide untauglich. Die erste ersetzt den Begriff „Übernatürlich“ durch „höhere Mächte“, verlagert also nur die Frage, was das eigentlich sein soll.
        Die zweite ist leer, denn sobald wir wissen, dass ein Vorgang den bekannten Naturgesetzen widerspricht (wie etwa das tatsächlich gemessene Verhalten der Zeit den vor-relativistischen Vorstellungen widersprach), sind es nicht mehr die bekannten Naturgesetze. Diese zweite Definition beschreibt also einfach nur eine Sorte von neuen Erkenntnissen, also etwas, dessen Existenz kein mir bekannter Rationalist ernsthaft infrage stellen würde.

  3. heinrich58 schreibt:

    Hm , … dies ist meiner Ansicht nach das eigentliche Problem … der Naturalist ist so von seiner eigenen Prämisse („Alles ist Natur“) überzeugt- sie ist ihm sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen – , dass er /sie alles durch diese „Brille “ betrachtet. Wunderberichte als a) Fake b) Einbildung oder c) wissenschaftlich oder später wissenschaftlich erklärbar … enpfunden werden.

    Der Gedanke, dass sie es in den Wunderberichten vielleicht tatsächlich mit einer Wirklichkeit zu tun bekommen, die mit wissenschaftlichen Methoden schwer oder gar nicht greifbar ist, kommen sie nicht… oder verdrängen diesen Gedanken.

    Dabei wäre es doch so einfach zu sagen: „OK, ich bin zwar Skeptiker und Naturalist … aber vielleicht ist ja was dran … ich will mich dem mal ein wenig öffnen ..schaun mer mal!“
    https://hvbuen.wordpress.com/2016/03/25/ein-wunder-in-vier-akten/

    • Muriel schreibt:

      Äh. Nee. Das eigentliche Problem ist, dass definitionsgemäß alles Natur ist. Das ist überhaupt keine Tatsachenfrage.
      Wenn du mir eine sinnvolle Definition für etwas Übernatürliches nennst, kann ich dir sagen, was ich davon halte, bis dahin gehe ich aber davon aus, dass deine Vorstellung davon wie die mir bekannten gängigen in sich inkonsistent sind.
      Und wie ich schon schrieb: Das was du vorschlägst, machen Skeptier(innen) und Naturalist(inn)en ja. Auch jetzt gerade noch. Die James Randy Foundation bietet zum Beispiel eine Million Dollar für die Person, die etwas Magisches vorführen kann. Ich hätte leider nicht so viel liquides Vermögen parat, würde aber jedenfalls auch viel drum geben. Dass es viel Kram gibt, der mit wissenschaftlichen Methoden schwer greifbar ist, ist auch unbestritten. Deshalb bleibt gar nicht mehr so viel Verhandlungsmasse, wie ich das sehe.

  4. heinrich58 schreibt:

    Du glaubst, dass ein indischer Guru seine magischen Kräfte für Geld unter Beweis stellen würde? Da kann ich aber nur schmunzeln … sie setzen sie – gemäß eigenem Bekunden- in erster Linie zum Helfen ein …
    Es ist wieder dieser materiell-westliche, dümmlich-arrogante „Ungeist“, der meint mit Geld alles kaufen oder bekommen zu können …. nein, um spirituelle Erfahrungen muss man sich schon – in demütiger Weise – etwas bemühen … aber hier noch einmal meine WARNUNG: „Wer sich außerhalb des christlichen Rahmens dem Übernatürlichen öffnet , läuft Gefahr an eine dämonisch-okkulte Quelle zu geraten

    „Wer sich Gott naht, dem nahr sich Gott“ heisst es im Jakobusbrief, und dazu möchte ich Dich und jeden anderen Mitleser ermutigen … http://mauerblume-geschichten.blogspot.de/2014/07/jesus-geh-du-voran-auf-meiner-lebensbahn.html

    • Muriel schreibt:

      Ich hab keine Ahnung, wie so indische Gurus drauf sind. Darum gehts doch hier auch gar nicht. Aber mach mal, du weiß ja Bescheid. Alles Gute noch!

      • heinrich58 schreibt:

        Nun ja … vielleicht war ich etwas „arrogant-polemisch“ in meinem letzten Kommentar. Aber es ist manchmal so, dass ich etwas die Geduld verliere, wenn ich sehe, welch ein „Unwissen“ bezüglich Übernatürlichem in unseren Breitengraden herrscht.

        Ganz ehrlich, was da insgesamt in Medien und akademischen Bildungsstätten läuft, kommt wirklich einer kollektiven Gehirnwäsche gleich … das empört mich manchmal regelrecht !

        Auch dir alles Gute! Ich fand es gut wie freundlich du im Ton geblieben bist! Kompliment!

      • Muriel schreibt:

        Nee, es lag keineswegs an deinem Tonfall, sondern einfach daran, dass nach meinem Eindruck unsere inhaltlichen Differenzen mit vertretbarem Aufwand nicht zu überbrücken sind.
        Cheers!

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