Wie wir Christen unseren Gott erleben

Gotteserfahrung
Richard Dawkins geht in seinem Buch „Der Gotteswahn“ im dritten Kapitel (ab S.122) auf das Argument des persönlichen (Gottes-) „Erlebnisses“ ein. Viele glauben an Gott, weil sie überzeugt sind, sie hätten ihn – oder einen Engel, oder eine Jungfrau im blauen Gewande- in einer Vision mit eigenen Augen gesehen. Oder sie hören ihn im eigenen Kopf sprechen.
Und dann lässt er sich seitenlang über „Vorspiegelungen“ und die Leistungsfähigkeit des Gehirns aus. Um dann am Ende zu konstatieren: Mehr braucht man über persönliche „Erlebnisse“ mit Göttern und anderen religiösen Phänomen nicht zu sagen!

Doch, Herr Dawkins, dass muss man! Und zwar zu allererst, dass Sie offensichtlich nicht im Mindesten verstanden haben, was Christen unter einem persönlichen Erlebnis mit Gott verstehen.

Natürlich gibt es die Visitation (Erscheinung) und auch die Auditation       ( Das Hören einer Stimme) , aber dies wird nur den allerwenigsten zuteil. Und wenn auch nur ganz selten. Es bildet die ganz besondere Ausnahme. Dazu werde ich vielleicht noch einmal an anderer Stelle etwas ausführlicher Stellung beziehen … aber wer vorab schon mal darüber etwas lesen möchte: (hier clicken) 

Wenn Christen von persönlichen Erlebnissen mit Gott sprechen, so meinen sie im Allgemeinen eine deutlich erkennbare  Lenkung oder Fügung in ihrem Leben. Und was das bedeutet, möchte ich mal an einem konkreten, autobiografischen Beispiel klarmachen:

Ein ermutigender Zufall!

Während meiner Bremer Zeit wohnte ich zwei Jahre in einer christlichen Hausgemeinschaft (1988-1990). Nun ergab es sich, dass ich eine Verabredung im benachbarten Nienburg hatte. Zufällig erfuhr ich, dass Joachim K, Ältester der Bremer Pfingstgemeinde und Leiter der Hausgemeinschaft dort im Sonntagmorgengottesdienst zu predigen hatte. Was lag näher als ihn zu fragen, ob er mich in seinem Wagen mitnehmen könnte.

„Ja, klar!“ entgegnete er. „Was hältst du davon, wenn du in der Gemeinde ein kleines Grußwort gibst? Schließlich kennen sie dich ja dort noch aus deiner Praktikumzeit!“ Ich überlegte kurz und stimmte zu: „Ja, warum nicht!?“

Und so überlegte ich mir am Vorabend der kleinen Unternehmung, welches Bibelwort ich für meine kleine Ansprache wählen könnte. Schließlich entschied ich mich für 1. Petrus 5, 6+7 : „Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit. Indem ihr alle Sorgen auf ihn werft, denn er ist besorgt um euch!“

Am nächsten Morgen im Auto von Joachim sprachen wir über dies und jenes, nur nicht über den bevorstehenden Gottesdienst. Gegen zehn Uhr begann dann der Gottesdienst und ich sagte irgendwann mein Grußwort und einige Zeit später begann Joachim mit seiner Predigt. Und zwar folgendermaßen: „Liebe Gemeinde, wenn ihr gleich meinen gestern Abend ausgewählten Predigttext hören werdet, werdet ihr vermuten, dass Heiner und ich uns abgesprochen haben. Dies ist aber nicht der Fall!“   

Ich schaute ihn von meinen Sitz aus überrascht an. Was kam denn jetzt? „Ich werde über 1. Petrus 5, 8+ 9 predigen: Seid nüchtern und wacht! Denn der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht wenn er verschlingen kann. Dem widersteht standhaft durch den Glauben!“

Da ich in der ersten Reihe saß konnte ich leider nicht in die Gesichter der anderen sehen. Aber vermutlich waren sie genauso verblüfft wie ich. Unabhängig voneinander hatten wir für unsere Ansprachen zwei nebeneinander stehende Bibelverse ausgewählt.

Ein Sechser im Lotto war wahrscheinlicher als dieser „Zufall“, denn die Bibel ist nun mal ein Buch von etwa 1500 Seiten und ein paar Hunderttausend Versen. Offensichtlich sollte an diesem Morgen dort in der Gemeinde über diese Verse gepredigt werden! //

Natürlich ist ein einziger noch so unwahrscheinlicher Zufall kein Gottes-Beweis. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, heißt es doch so schön. Eine Schwalbenschar aber schon!
Wenn ich auf  nun die beinahe dreißig Jahre meines Christseins zurückblicke, so habe ich unzählige solcher unwahrscheinlichen Zufälle erlebt. Manchmal sogar regelrechte zielführende Zufallsketten.

Und das alles zusammen ergibt, aufbauend auf meiner  dramatischen Bekehrungsgeschichte , ein völlig eindeutiges Bild … ich erlebe seit dreißig den real-existierenden Gott als gegenwärtig und handelnd in meinem Leben.

Und ich bin da keine Ausnahme. Anderen Christen geht es in der Regel ganz genauso … wir erleben IHN ganz persönlich aktiv in unseren Leben durch gefügte, zielführende Zufälle … und Einiges mehr! Wer mehr über christliche Erfahrungsberichte lesen möchte, kann hier clicken

Über heinrich58

Im Jahre 1985 habe ich unter dramatischen Umständen im Alter von 27 Jahren zum christlichen Glauben gefunden. Die Geschichte kann man hier nachlesen: http://wendepunkte.jimdo.com/im-banne-des-bösen/
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Eine Antwort zu Wie wir Christen unseren Gott erleben

  1. klafuenf schreibt:

    Gähn. Das nennt man selektive Wahrnehmung.

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