Gibt es einen direkten, mystischen Zugang zu Gott?

Die in der Überschrift gestellte Frage ist von außerordentlicher Wichtigkeit. Weil in verschiedenen Religionen die Behauptung aufgestellt wird, das dies möglich sei. Und es auch so darstellen, als ob dies ein erstrebenswertes Ziel sei.

Von Buddha über die heilige Teresa von Avila bis zu den Sufi-Mystikern und meiner eigenen Meisterin haben so viele große Seelen im Laufe der Jahrhunderte wortreich zu erklären versucht, wie es sich anfühlt mit dem Göttlichen eins zu werden – doch nie haben diese Schilderungen zufrieden gestellt. Häufig wird auf das ärgerliche Adjektiv unbeschreiblich zurückgegriffen. (Elisabeth Gilbert)

E. Gilbert brachte vier Monate in einem indischen Ashram zu und hat ihre dortigen Erfahrungen sehr anschaulich und glaubhaft in einem Buch verarbeitet. Es besteht also kein Grund ihren Ausführungen keinen Glauben zu schenken.

So berichtet sie davon eines Tages -völlig unerwartet- so eine außerordentliche mystische Erfahrung gemacht zu haben:

An einem Donnerstagnachmittag , als ich im rückwärtigen Tempelteil sitze, werde ich plötzlich durch das Portal des Universums getragen und auf der Hand Gottes abgesetzt. Ich verließ meinen Körper, verließ den Raum, ich schritt durch die Zeit und trat in die Leere ein…. ich wurde ein Teil von Gott, so wie ein Tropfen ein Teil des Ozeans ist. …. Mein Gefühl hatte nichts mit Halluzinationen zu tun. … Es war die tiefste Liebe, die ich jemals erlebt hatte und die alles überstieg, was ich mir vorher hätte vorstellen können, aber es war nicht euphorisch. Nicht erregend! …. Es war … vollkommene Seligkeit!

Den Zustand, den sie zu beschreiben versucht, ist in der Tat von anderen Mystikern -egal welchen Glaubens – ähnlich beschrieben worden. So dass man von einem außergewöhnlichen spirituellem Erlebnis ausgehen sollte. Aber war es wirklich eine mystische Vereinigung mit Gott? Dem Urgrund allen Seins?

Ehrlich gesagt möchte ich das bezweifeln. Denn solch ein direkter Zugang würde – jedenfalls nach meiner Auffassung –  im krassen Widerspruch zu einer Aussage Jesu stehen:

Johannesvers

Diese radikale Aussage schließt alle anderen Optionen aus. Gemäß des Neuen  Testaments hat Gott sich ein für allemal festgelegt nur über Jesus erreich- und oder erfahrbar sein zu wollen. Ein harter Schlag ins Gesicht für alle es gutmeinenden Gottsucher?

Dies könnte man natürlich so empfinden, oder einfach auch bezweifeln, dass die Bibel in dem Punkte Recht hat. Ist der Gott der Bibel – für das Empfinden vieler – nicht eh zu hart und unbarmherzig? Und wird jene glücksspendende, mystische Gotteserfahrung dem eigenen Wunschbilde eines gütigen, liebenden Gottes nicht viel eher gerecht?

Ehrlich gesagt kann ich mir nicht wirklich erklären, was da in jenen Momenten mystischer Vereinigung/Erleuchtungen eigentlich passiert. Aber ich möchte nicht ausschließen, dass es da um eine gefährliche Täuschung handelt, die von dem eigentlichen Weg zu Gott ablenkt: Die biblische Botschaft … (anclicken)

 

 

Über heinrich58

Im Jahre 1985 habe ich unter dramatischen Umständen im Alter von 27 Jahren zum christlichen Glauben gefunden. Die Geschichte kann man hier nachlesen: http://wendepunkte.jimdo.com/im-banne-des-bösen/
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